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TEXT UND LESER

Der Schriftsteller Herbert Rosendorfer stellt fest, daß die Verbesserung nicht lesbar sei und zu Langweile führe(1). Diese Einschätzung ist--mit Einschränkungen, da dabei selbstverständlich viel vom jeweiligen Leser abhängt--nachvollziehbar, denn man muß tatsächlich einigen guten Willen aufbringen, das Buch zu Ende zu lesen, da der Text nicht leicht zugänglich ist. "Unlesbarkeit" wird unter anderem dadurch geschaffen, daß viele Stellen kaum oder gar nicht verständlich sind. So kommentiert Paul Kruntorad zutreffend:

Jede Interpretation--als Literatur, als Philosophie, als Experiment, als Pamphlet--wird vom Buch selbst als widersprüchlich und fragmentarisiert zurückgewiesen.(2)

Ein kurzes Beispiel für eine solche Stelle:

widerspruch,
man verbietet mir etwas zu sagen, du hast es mit über zwanzig arten von widersprüchen zu tun, der arme!, der kölner dom nur aus streichhölzern über deren substanz in einem anderen kapitel berichtet wird. (XIII)

Dafür lassen sich mehrere Erklärungen anführen: Wiener beabsichtigt gar keine stringente (wissenschaftliche) Abhandlung, es geht nicht um eine kohärente Darstellung, sondern um Andeutungen einer Lage, und er schreibt gegen die kooptierte Rationalität. Ein Verstehen wird von Wiener, der die Demonstration der Unmöglichkeit der vollständigen, verstehbaren Vermittlung durch Sprache zum Ziel hat, düpiert, und viele Passagen sind daher absichtlich unverständlich. Der Autor gesteht an einer Stelle sogar ein: "den sinn dieser passage verstehe ich heute (1968) nicht mehr ganz" (Anmerkung 8), CXX). Als Resultat bleibt jedoch, daß er sich gewissermaßen selbst unterläuft, da sich vieles gegenseitig derart relativiert, daß nichts mehr fest steht.

Die Lektüre der Verbesserung ist absichtlich erschwert, der Text sträubt sich gegen leichte Zugänglichkeit. Der "Roman" ist weder leicht zu lesen noch leicht zu verstehen, und sei es nur in Abschnitten. Seine verschiedenen Teile sind zwar oft aufeinander bezogen, aber es bietet sich kein einheitliches Bild. Das Werk ist eine kunterbunte Mischung von Gedanken zu diversen Dingen, die in unterschiedlichen Formen dargeboten werden. Die Vorbedingungen und die "Stimmung" des Lesers bestimmen, vielleicht mehr als bei anderen Texten, sein Verstehen. Voraussetzung sind in diesem Fall natürlich ein gewisses Interesse an dieser Art von Literatur und der Wille, sich mit dem vorliegenden Werk zu beschäftigen. Dabei sieht sich der Interpret der Schwierigkeit ausgesetzt, aus einem Text, der nicht kohärent sein will, Sinn zu machen, also Kohärenz zu finden. Notgedrungen muß dabei manches außer Acht gelassen werden, der Text kann nicht in seiner Totalität erfaßt werden. Wiener macht sich darüber lustig:

man muss dies, man muss jenes.
da hast du zum beispiel diese schrift: etliche sätze sind dir darin aufgefallen, du kannst sie vielleicht sogar zitieren (nieder mit den zitaten!) eckpunkte einer illusorischen kontinuität. was sonst noch da war hast du schon jetzt vergessen;
befragt darüber, würdest du das wesen dieser sache erfinden, dein eindruck zu worten gemacht. so machst du es mit allem was dir begegnet du surm. (XXX)

Oft läßt sich zwar in etwa nachvollziehen, was Wiener im Sinn hat, aber klar werden seine Absichten nicht immer. Die vielen schwer verständlichen, kryptischen Stellen verwehren sich nicht nur der Lektüre, sondern auch der Interpretation. In einem anderen Absatz stellt er die Möglichkeit des Verständnisses noch stärker in Frage:

aus einem satz folgt ein schmarrn.
du folgerst haufenweis aus diesen reden, was du da raushörst--wenn ich das wollen würde so hätte ich es mindestens gemeint.
aus vielen sätzen folgt erst recht ein schmarrn. (XXXIII)

In demselben Zusammenhang zeigt sich ein gewisses Maß an Aggressivität gegenüber dem Rezipienten:

reden, zufall,
es fällt dir auf, mich stört es nicht, alles das mit diesem satz, idiot dann behalte ihn, nimm ihn mit nach haus und schreib dein buch über diesen satz. (XIII)

Oder auf XXX:

mein ideal.
ich schreibe für die kommenden klugscheisser; um das milieu dieser ära komplett zu machen.

Wiener sucht Distanz zu allen Rezipienten, besonders aber zu denen, die am wahrscheinlichsten sein Werk lesen (und dreht dabei Sichtweisen und Kriterien um):

die fachleute sind leicht zu beeindrucken, schwer aber jemand der nichts von der sache versteht. der eingeweihte sieht die leistung, der laie fragt mit recht: wozu ist das gut? (XXX)

Auch wenn hier bestimmte Gruppen ausgewählt sind und Fachleute gegen Laien gestellt werden, gilt die Aggression allen Lesern gleichermaßen: "sagt er: weisst ossi..., ich versteh immer nur ein viertel von dem was du sagst (wie du, verkommener bankert, der du hier schmökerst) (..)" (LXX), oder direkt an alle Leser: "wieso was soll das? du liest das doch, du liest hier herum idiot" (CXXVI). Der Autor hat es darauf angelegt, den Leser zu distanzieren und zu frustrieren. Kritik wird relativiert, der Leser wird geärgert. Dazu ist dem Autor fast jedes Mittel recht, von Verhöhnung bis zu Aggressivität. Auch vor verbalen Grobheiten wird nicht haltgemacht: "buddha, newton, wie er dichtet, diese sau" (XVIII). Stellen wie die zitierten sind beabsichtigt und Teil des affront und Schockeffekt-Puzzles.

Weiterhin spielt der Autor mit dem Leser: "ich will etwas sagen, mir fehlen nur die Worte, aber auch was ich sagen will" (XIII), und schreckt vor Kalauern nicht zurück: "alle segneten shopenhower, shopenhower aber segnete das zeitliche" (XXXIV, wertvolle bildung,)(3), "siehe--auch ich bin schöpferisch: ich schöpfe verdacht" (LI).

Eine weitere Art der Distanzierung wird dadurch geleistet, daß der Autor seine eigenen Bemühungen ironisch herabsetzt:

JEDESMAL lese ich diesen ganzen stumpfsinn wieder, ich tue das, ja ich mach es, zum teufel obwohl es mich ärgert; ich weiss es gibt seit vielen jahren kein einziges buch mehr, das eine stunde musse wert ist und warum? weil was geschrieben wird geschrieben wird weil man es druckt; und jedes arschloch kann sich eine schreibmaschine kaufen, kauft dreissig bücher und denkt nach. was man mit der sprache alles anfangen kann, das lockt doch keinen köter mehr, und wahrlich mit recht verspottet man die laffen, die die zusammenhänge hinter einem ausdruck suchen, den andere ganz schlicht verstehen und weiterreden. und ich? mein buch ist was anders als ich wollte, ich will es ganz anders. (...)
das buch ist langweilig und blöd, blöde wie kunst, wie literatur, blöde wie der glaube (...) (LXIX/LXX)

Er holt erneut zum Schlag gegen Sprache, Kunst und anderes aus, aber Ernst ist es ihm damit wohl weniger. Schließlich handelt es sich nun wirklich nicht einfach darum, einige Bücher zu kaufen und nachzudenken--gerade bei seinem eigenen Text.

Der Text braucht jedoch den Leser, auch um ihn zurückzuweisen, ganz im Sinne von:

psychologie,
die unausweichlichkeit des satzes wer das liest ist blöd. (XXII; vgl. auch 'pathos' auf derselben Seite)

Wiener ist auf ein Publikum angewiesen, wie Diogenes im Faß: ohne Publikum bliebe er ein Rufer in der Wüste, ohne Reibefläche keine Kritik. Er will gerade dort gehört werden, wo er gegen das "Was" und "Wie" dieses Kontaktes argumentiert. Die Aufhebung des Problems würde die Kritiker überflüssig machen. Nach Wieners Anspruch wäre aber dieser Dialog unsinnig, da er auf Ansichten beruht, die beide (Kritik und ihre Kritik) sprachliche Vorstellungen der Welt sind, von denen--wenn man Sprache dafür kritisiert, nur bestimmte Denkweisen zuzulassen--keine beanspruchen kann, Vorrang zu haben und richtiger zu sein. Der Roman verbleibt durch die Zirkelstruktur der Sprachkritik in sich selbst: Wiener benutzt Sprache, um den Leser vor der Sprache zu warnen. Dieser muß Wiener genauso mißtrauen wie den von ihm angegriffenen Ideologien (inclusive der Ideologie Sprache).

Die unzugänglichen Abschnitte und Passagen im Text sind Ausdruck für die hermetische Natur des Geschriebenen--nur der Autor versteht es. Zugleich ist es wiederum ein Mittel zur Abriegelung vor dem Leser bzw. Interpreten. Dieser steht sowieso vor einer schwierigen Aufgabe, denn er muß sich in seinem Bemühen auch noch Beleidigungen gefallen lassen ("halt's maul, leser", XCVII). Durch den Akt des Lesens hat er sich dem Autor ausgesetzt und ausgeliefert, und ist damit konfrontiert, diese Beleidigungen anzunehmen oder abzulehnen. Der Versuch darüberzustehen ist--vom Buch aus--nicht möglich. Zum einen wird der mündige Leser gesucht, der selbstbewußt genug ist, sich gegen das Buch zu wehren, d.h. seine Ansichten und Meinungen zu behaupten, zum anderen wird jeder Leser praktisch von vorneherein als inkompetent abgewiesen. Der ideale Leser wäre ein Gleichdenkender, der das Buch nicht lesen muß und daher nicht "betroffen" ist(4). Dadurch würde das Buch zum Insider-Kassiber, zum Kultbuch für Gruppenzugehörige (die allgemeine Gruppe derer, die sowieso wissen, um was es geht; es zeigt sich wiederum ein gewisser Elitismus).

Bewertungsmaßstäbe werden ebenfalls abgelehnt, Kriterien für Urteile werden in Frage gestellt oder umgedreht:

ich fühle, dass ich dem leser eine betrachtung der banalität schulde. indessen (sofern ich überhaupt begreife was das ist) habe ich sie nur im ausdruck angetroffen, in jedem. eine abhandlung über die banalität wäre daher ein plaidoyer in eigener sache, die verteidigung meiner schrift, eine hoffnungslose sache. (LXXXVIII)

Wiener und seine Freunde griffen herkömmliche literarische Bewertungsmaßstäbe ebenso wie das traditionelle Literaturverständnis an. Eine einfache Bewertung solcher Stellen ist deshalb nicht leicht möglich, da dies der erklärten Intention nicht gerecht würde. Das kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß trotz aller aufgebauten Schwierigkeiten vom Rezipienten nicht darauf verzichtet werden soll, im Roman vorkommende triviale, flache, dumme Stellen--sofern sie als solche betrachtet werden--angemessen zu beurteilen und damit den Vorschlägen und Manipulationsversuchen des Autors nicht zu folgen. Ein Wertungsversuch muß aber immer auf der Grundlage dieses Wissens erfolgen und eingestehen, daß er angesichts der erklärten Absicht wirkungslos bleibt(5).

Die Auseinandersetzung läßt die Frage offen, ob und wie weit man Wieners Text ernst nehmen soll und will, wie man verhindert, dem Autor vollständig auf den Leim zu gehen, oder ob man sich darüber ohne viel Aufhebens hinwegsetzt und mit dieser Erfahrung und dem Wissen der Problematik weiterentwickelt.

Das Ziel von Wieners Bemühungen ist trotz der Abweisung des Rezipienten dennoch dessen Beeinflußung und Änderung. Der "Roman" ist eingerahmt von Aussagen, die seinen Leser betreffen. Der erste Abschnitt des Vorworts beginnt mit einer Art Absichtserklärung:

einfach einwirken auf andere, auf sich selber einwirken, sätze einnehmen wie sonst pillen, sich wohin führen lassen, sich in einen zustand versetzen, lassen, mitteilen wollen; auch wohl sich eine hypothese zurechtlegen. (XI)

Es geht ihm um zwei Dinge: Einwirkungen (in diesem Fall offensichtlich auf den Leser; auffallend ist die passive Natur dieser Einwirkung) und Hypothesen (zuerst seine eigenen; er hat demnach keinen festen, nur einen vorläufigen Zustand vor Augen).

Wo sich auf der einen Seite Aggression zeigt, findet sich auf der anderen Selbstrelativierung und eine Haltung der Bescheidenheit, wie sie sich ähnlich am Beginn und Ende des Vorworts zu Wittgensteins Tractatus findet:

Dieses Buch wird vielleicht nur der verstehen, der die Gedanken, die darin ausgedrückt sind--oder doch ähnliche Gedanken--schon selbst einmal gedacht hat.--Es ist also kein Lehrbuch.--Sein Zweck wäre erreicht, wenn es einem, der es mit Verständnis liest, Vergnügen bereitete.
(...)

Wenn diese Arbeit einen Wert hat, so besteht er in zweierlei. Erstens darin, daß in ihr Gedanken ausgedrückt sind, und dieser Wert wird umso größer sein, je besser die Gedanken ausgedrückt sind. Je mehr der Nagel auf den Kopf getroffen ist.--Hier bin ich mir bewußt, weit hinter dem möglichen zurückgeblieben zu sein. Einfach darum, weil meine Kraft zur Bewältigung der Aufgabe zu gering ist.--Mögen andere kommen und es besser machen.(6)

Zum Vergleich dazu der "Appendix c" der Verbesserung, mit dem der Text endet und der Leser entlassen wird. Dessen letzter Paragraph folgt:

wenn der leser einen gewinn aus der lektüre meines buches ziehen kann, so wird das, hoffe ich, ein gefühl davon sein, dass er sich mit aller kraft gegen den beweis, gegen die kontinuität und die kontingenz, gegen die formulierung, gegen alles richtige, unabwendbare, natürliche und evidente richten muss, wenn er eine entfaltung seines selbst--und sei es auch nur für kurze zeit--erleben will. möge er bedenken, welcher kraft, welchen formats es bedarf, gegen eine im großen und ganzen abgerundete, stimmige, einhellige welt aufzustehen, wie sie uns in jedem augenblick an den kopf geworfen wird: er wird mir verzeihen, wenn ich die richtigen ansatzpunkte selten gefunden und in vielem über das ziel hinausgeschossen habe. (CVCI)(7)

Diese Apostrophe an den Leser--wohlgemerkt am Ende, an dem sich der Leser wohl schon seine Meinung gemacht habe dürfte--summiert Wieners Absicht. Es gibt also vorgeblich einen Gewinn, den man aus der Lektüre ziehen kann. Dieser ist die Aufforderung, sich gegen die--immer negativ gesehene--Ordnung der Welt aufzulehnen; das ist Wieners großes Anliegen in seinem "un-ordentlichen" Werk. Diese Ordnung ist hauptsächlich durch Sprache bestimmt. Kurz vor der oben zitierten Passage schreibt er: "ich habe an mir selbst erlebt, dass der sprachgebrauch entscheidend ist für die empfindungsweise, (...)" (CXCI). Wiener scheint pessimistisch zu sein, da er von der kurzen Dauer spricht, die dies vielleicht durchzuhalten sein wird(8).

Was ein Leser aus dem Text gewinnen kann, und vor allem wie--außer auf den Adapter zu warten--bleibt dennoch offen. Wiener gibt keine Anweisungen, und will solche nicht geben, da er sich gegen abgeschlossene Systeme und deren Lehren wehrt. Selbst sein Nachwort ist mehr eine Bewertung seines eigenen Versuchs als eine Lehre. Moralische (oder andere) Schlüsse sind im Text nicht vorgegeben; definitive Schlußfolgerungen gibt es ebensowenig. Analyse und Begreifen der ausweglosen Situation sind vorerst wichtiger als positive Gegenbilder zu entwerfen:

es ist besser zu wissen was man nicht will als zu wissen was man möchte.
(oh logik! ist es besser nicht zu wissen was man will als nicht zu wissen was man nicht will? ihr wilden träume der sprache) (XXXI)

Wem ein Adapter zu pervertiert vorkommt, kann seine selbst Lehren ziehen und sich gegen die Welt stemmen--mit seinen eigenen Gedanken und praktischen Folgerungen--oder auch nicht. Ob Wiener als Schriftsteller und als Theoretiker ernst zu nehmen ist, muß offen bleiben. Man kann Wiener der Scharlatanerie bezichtigen, und Herbert Rosendorfer wirft auch diese Frage beiläufig auf. Ein Scharlatan ist jemand, der den Eindruck erweckt, er besitze Fähigkeiten, die ihm tatsächlich fehlen. Die Verbesserung bestätigt einen solchen Vorwurf nicht. Allein Wieners gekonnte Sprachverwendung widerspricht einer solchen Bewertung. Dieser Vorwurf findet sich sonst in der Kritik nicht, selbst bei denen, die vom Werk nicht angetan sind. Es wird also--zumindest von einem Teil seiner Rezensenten--durchaus ernstgenommen. Auch die Tatsache, daß das Werk genuiner Ausdruck einer bestimmten Zeit ist, widerspräche diesem Vorwurf.

Ein weiterer Aspekt, der in der Kritik vorgebracht wird, ist Posenhaftigkeit. Wie Wilfried Ihrig gezeigt hat, finden sich in Wieners Leben und Werk Züge des Dandytums. Ihrig führt aus, daß der Text insgesamt als eine Pose von vielen zu sehen sei, durch die sich der Autor von der Masse abheben will(9). Dies bedingt auch die formale und inhaltliche Ungewöhnlichkeit. Dabei spielen Spielerei, Ironie, Satire eine große Rolle, die die Ernsthaftigkeit von Wieners Konzept relativieren. Durch die Pose immunisiert sich der Autor quasi: er stellt sich als einmalige Erscheinung dar, die über die Masse erhaben ist. Diese sind die "Wichtel", die Dummköpfe. Kritik von dieser Seite wird damit von vorneherein zurückgewiesen bzw. für falsch erklärt.

Eine Beurteilung dieses Werkes ist schwierig--was eines seiner Ziele ist. Es besteht auch die Versuchung, die Waffen zu strecken und dem Autor das Feld zu überlassen. Die Verbesserung ist nicht, was gemeinhin ein "großer" Roman genannt wird, und will es nicht sein. Er gibt sich einerseits als seriöses Werk, das ernst genommen werden will, untergräbt jedoch andererseits Versuche dazu. Trotzdem bleibt das Werk interessant als Herausforderung, als Ausdruck einer bestimmten philosophischen Position einer bestimmten Zeit.

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Anmerkungen

(1) Herbert Rosendorfer, "Ein literarisches Fossil", Über das Küssen der Erde, 108. [Zurück]

(2) Paul Kruntorad, Kindlers-Ö, 216. [Zurück]

(3) Gerhard Rühm berichtet, daß Kalauer positiv gesehen wurden (Wiener Gruppe, 20). [Zurück]

(4) Vgl. hierzu auch die Einführung zu Wittgensteins Tractatus, wo er davon spricht, am besten würden die sein Werk verstehen, die ähnliches selbst schon gedacht hätten--womit sein Werk mehr oder weniger überflüssig wäre. [Zurück]

(5) Zur Frage der Notwendigkeit einer Bewertung vgl. Kindlers-Ö, 215 oben. [Zurück]

(6) Tractatus, 2/3. [Zurück]

(7) Es sei angemerkt, daß diese Aussage die Aufgabe des Solipsismus beinhaltet. Wenn die Welt nur in den Gedanken des jeweiligen Denkenden entsteht, wie und warum soll er sich dagegen auflehnen? Ich möchte auch noch einmal darauf hinweisen, daß die Verbesserung von Mauthner stärker als von Wittgenstein beeinflußt ist. [Zurück]

(8) In dieser Haltung zeigt sich eine weitere Parallele zu Mauthner. [Zurück]

(9) Vgl. Wilfried Ihrig, Literarische Avantgarde. [Zurück]


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