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[ Rückwärts ] [ Inhalt ] [ Vorwärts ] BEWUßTSEINDer Bio-Adapter wird im "Appendix A" als "m.e. erste diskutable skizze einer vollständigen lösung aller weltprobleme" vorgestellt (CLXXV), der die "befreiung von philosophie durch technik" anstrebe (CLXXV). Mit Philosophie meint Wiener Religion und Ideologien im Gegensatz zu Naturwissenschaft. Der Adapter--als uterusähnlich verbildlicht (CLXXV)--ersetzt die "vorgefundene umwelt" des Menschen und erfüllt nicht nur materielle, sondern auch geistige Bedürfnisse auf individuell zugeschnittener Basis (bzw. erzeugt schließlich diese Bedürfnisse und gaukelt deren Erfüllung vor; vgl. CLXXVIII unten: die Kommunikation zwischen dem Adapter und seinem Inhalt läuft auf der intellektuellen Ebene des jeweiligen Inhaltes ab). Der Ausgangspunkt für Wieners Unternehmen ist: die Welt, so wie wir sie kennen, ist ungenügend(66), und der Mensch als Krone der Schöpfung kommt--nicht trotz, sondern wegen seines ihn angeblich auszeichnenden und überlegenen Bewußtseins--in ihr nicht mehr zurecht. Bereits zu Beginn der Verbesserung verkündet Wiener, was das Hauptproblem des Menschen ist: das Bewußtsein, mit dessen Erschaffung die Welt zu weit gegangen sei. Auf Seite XI heißt es: "...ich bekomme das gefühl dass mein verstand gar nicht für die welt da ist...", und dazu in Fußnote 4: "jedenfalls nicht das bewußtsein: mit seiner erschaffung ist die welt zu weit gegangen". Ähnlich liest man an anderen Stellen: "das bewußtsein, dieses kuckucksei der natur, verdrängt also schliesslich die natur selbst" (CLXXXIII). Das Kuckucksei-Bild ist nicht umsonst gewählt: es signalisiert die Ablehnung des Bewußtseins als etwas unerwünscht Untergeschobenes, mit dem man belastet wird. Das Konzept "Bewußtsein" ist abhängig von verschiedenen Einflüssen, z.B. Sprache, Kultur, Geographie, also dem sozialen Umfeld menschlichen Lebens. (So schon bei Mauthner). Das Bewußtsein ist für Wiener die Quelle der Sprache:
das die sprache konstituierende, die durch sie hervorgerufene und sie hervorrufende konfiguration [des bewußtseins] (CXXXVIII) Vom menschlichen Bewußtsein gehen alle Probleme aus (die sogenannte Freiheit, die es eigentlich nicht gibt). Hier ist anzumerken, daß viele (Sprach-) Philosophen die Ansicht vertreten, Bewußtsein--die Fähigkeit zu reflexivem Denken, und nach Wiener der "produzent von erlebnissen" (CXXXVII)--äußere sich in Sprache, und eben das--Sprache--sei es, wodurch der Mensch sich vom Tier unterscheide. Gerade bei Sprache, Bewußtsein, Gedächtnis, Denken, Erkennen und deren Zusammenhang setzt die experimentelle Literatur bzw. Wiener an ("man hört manchmal, ohne gedächtnis gäbe es kein bewusstsein: wer so redet, spricht im namen der ordnung. richtig daran ist: hardware ist ein teil des programms" (CLXVIII, Fußnote a); Wiener scheint Bewußtsein als software zu sehen, die zwischen dem Körper und der Außenwelt vermittelt; dabei möchte er das Bewußtsein aber nicht von Materie losgelöst wissen. Es hört sich an wie Marshall McLuhans "The message is the medium"). Bewußtsein und Natur (Umwelt) bilden einen Gegensatz, weil der Mensch sich dadurch von der natürlichen Einheit trennt. Wiener meint hier nicht den "mythos natur", in dem er eine politische Erfindung sieht, sondern unvermittelte Natur. "Natur" bzw. "Natürlichkeit" sind Konzepte, die keinesfalls feststehen: "was natürlich ist wird sich herausstellen, man glaubt garnicht was alles natürlich ist" (XXV)). Das Bewußtsein als Basis für Erkenntnis macht den Menschen zu dem, was er ist. Gleichzeitig entfernt es ihn von der Umwelt, sondert ihn ab, und macht die Rückkehr zur Natureinheit unmöglich. Er kommt in Widerspruch zu ihr und verliert die paradiesische Instinktgebundenheit, das einheitliche Leben und Erfahren(67). Die Malaise ist die so entstandene Individualität des Menschen, mit der die natürliche Einheit zerfallen ist. Das Ziel der Geschichte ist die zwar Wiederherstellung einer Einheit, aber dieser Gegensatz kann nicht mehr überwunden werden, er vergrößert und verschlimmert sich durch seine Bemühungen sogar noch. In der Gegenüberstellung von Erkenntnis (qua Ideologie) und Leben verbirgt sich biblische Symbolik: der Apfel vom Baum der Erkenntnis, den Adam aß, symbolisiert Wissen (bzw. Bewußtsein und Erkenntnis). Die Gegenüberstellung von Leben und Wissen (Nicht-Essen vs. Essen des Apfels) findet sich anders ausgedrückt auch in der Bibel, nur als Naturakt(68). Wiener bezweifelt, daß die Menschheit einen direkten Zugang zur und eine ungestörte Einheit mit der Natur wiedererlangen kann. Sein Ersatzziel ist, diese "veraltete, natürliche, allen gemeinsame umwelt" (CLXXV) durch eine individuelle--dem jeweiligen Adapterinhalt (="Individuum", Mensch)--entsprechende Umwelt zu ersetzen(69). Der Adapter ist ein Fluchtmittel aus dieser Zerfallenheit. Der Zustand der zerfallenen Einheit wird durch Wieners Adapter einfach weggewischt, indem "das all auf den status einer unterhaltsamen ... fabel" reduziert wird (CLXXV). Die Entwicklung der Kybernetik wird einen großen Anteil am künftigen Schicksal der Menschheit haben:
die kybernetik bietet erstmals eine lösung der durch den gang der geschichte aufgeworfenen probleme: begründete hoffnung, dass der mensch von seiner auseinandersetzung mit der umwelt befreit werden könne. ein teil dieser auseinandersetzung wird schon in absehbarer zeit den computer übergeben werden können (...) (CXLVIII) Sein Computer, der Adapter, ist eine Beschreibung dessen, wie das aussehen könnte. Mit dieser Vermutung hat er recht gehabt. Die menschlichen Erfahrungsmöglichkeiten sind zu eingeengt, und dahinter steht auch das Funktionieren bzw. Nicht-Funktionieren der sprachlichen Kommunikation. Die Lösung der menschlichen Probleme wird durch Technik--in der Form des Bio-Adapters--gewährleistet, indem man die Quelle der Probleme durch Umbauen mit dem Ziel der totalen Bewußtseinserweiterung schließlich mehr oder weniger beseitigt. Beim Adapter handelt es sich um eine Art Maschine, die nach und nach den Menschen ersetzen soll und wird. Sie ist als autark-autonomes System, als totale Maschine konzipiert und ist fähig, sich im Laufe der Zeit selbst zu adaptieren und ändernden Umständen anzupassen (die kybernetischen Grundgedanken sind im "Essay" dargestellt, besonders in Fußnote 109, CLXVIII-CLXXIII). Der Mensch wird im Adapter hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen, und anschließend beginnt der Adapter sein Werk, in dessen Verlauf er sich immer mehr verselbständigt. Schließlich übernimmt er vollständig die Kontrolle: "(...) der adapter kontrolliert die leiblichen und seelischen zustände (...)" (CLXXXI). Der Adapter empfängt Signale und sendet neue an seinen "Inhalt" zurück. Der Umbau des Menschen (bei Wiener auch "Verbesserung") beginnt, sobald der Adapter nach der ersten Adaptionsphase die volle Kontrolle über seinen Inhalt übernommen hat (CLXXXI). Der Mensch steigt in diese computergesteuerte Supermaschine ein, in der alle seine Wünsche erfüllt werden. Im Verlaufe der Zeit kommt es zu Änderungen des Adapters und seines Inhalts. Zuerst kommt der schmerzlose Ersatz der Gliedmaßen, dann völliger Abbau. Der Umbau erfolgt, während der Mensch bzw. sein verbleibendes Bewußtsein meint, es gehe ihm gut wie nie, ja sein Glück sei vollkommen. Je mehr der Körper abgebaut wird, desto besser, da der Kontakt Nervensystem-Adapter so unmittelbar wie möglich sein soll (vgl. CLXXVI). Der Tod wird als Unfall interpretiert, bei dem biologische Gegebenheiten außer Betracht gelassen werden. Der Adapter ist so gebaut, daß er das alles suggerieren kann. Sogar z.B. die Illusion, er steige aus dem Adapter und gehe wieder nach Hause, kann ihm vorgespielt werden, um zu suggerieren er sei noch unabhängig und könne in sein voriges Leben zurückkehren (vgl. CLXXIX; natürlich kann der Inhalt den Adapter nicht verlassen, da er ja völlig umgebaut ist und somit lebensunfähig wäre; CLXXVII). Für das im Adapter überlebende Bewußtsein werden der Körper und direktes körperliches Empfinden von Körperzuständen unwichtig. Nach Wiener ist der Verlust des Körpers kein Nachteil, da es keinen Unterschied zwischen "echten" Tatsachen (z.B. tatsächlich zu gehen) und "echt" empfundenen Illusionen (z.B. der, zu gehen, ohne es allerdings zu tun; vgl. CLXXXI) gibt. Dasselbe gilt für den Körper. Die Unterscheidung (so wie sie heute gemacht wird) zwischen "echt" und "vorgemacht" ist eine moralische und dazu sprachlich bedingt, und das will Wiener überwinden. Jeglicher Unterschied zwischen "echt" wie wir es heute sehen und wie es vom Adapter geboten wird, ist aufgehoben. Die Existenz des Adapters führt zur Neuerschaffung der Welt, und es verbleibt kaum ein Unterschied zu gegenwärtigen Zuständen; damit würde der Adapter sich erübrigen. Ob man sich mit Hilfe des Adapters vorstellt, z.B. ein Eis zu essen, oder ob man in der für das Individuum jetzt existierenden Realität ein Eis ißt, machte kaum einen Unterschied. Das Problem wird bei der Wurzel gepackt, und Problem und Lösung werden im Adapter quasi kurzgeschlossen, das heißt, der Mensch, wie wir ihn zu kennen glauben, wird vollständig geändert und ein anderes Wesen, womit das Problem schließlich verschwindet. Es entsteht im Grunde kein neues Bewußtsein, das alte wird nur umprogrammiert und maschinell geregelt. Obwohl der Adapter das Ende der Menschheit darstellt, ist er keineswegs das Ende des Bewußtseins, und eben das ist das Entscheidende(70). Die Einführung des Adapters bedeutet
((...) das ende der menschheit--sicherlich jedoch nicht das ende des bewusstseins als spitzenerzeugnis der evolution, ganz im gegenteil!) Wie Wiener dazu anmerkt, könne nicht gesagt werden, wohin die Wirklichkeit verlassen würde. Das Wichtige ist jedoch, daß der Adapter ein Mittel ist, die gesellschaftlich bedingte Wirklichkeit zurückzulassen und einzutauschen für einen Zustand der Freiheit. Gerade um totale Bewußtseinserweiterung und absolute Freiheit geht es in der Verbesserung insgesamt und im Adapter im besonderen(71). Wie sich das Bewußtsein im Adapter weiterentwickelt, kann nicht ausgeführt werden, da der neue Zustand jenseits unserer Fassungskraft liege, liegen müsse und liegen solle, denn gerade die Überwindung der derzeitigen Begrenzungen sei ja Anlaß und Ziel. Außerdem könnte dieser Zustand nicht beschrieben werden, weil es jenseits der Sprache ist und somit nicht mit ihr erfaßt werden kann. Konsequenterweise soll der neue Zustand auch nicht erfaßt werden, da das Ausgangsproblem--Einengung der Wirklichkeitserfahrung durch Sprache--wiederkehren würde. Der Adapter nimmt schließlich jedoch selbst den Platz des--neuen--Staates ein (CLXXXI), es gibt also keinen Ausweg. Beim Umbau des Menschen im Adapter verschwindet das "Selbst". Dies ist jedoch wiederum als Vorteil anzusehen, da Konzepte wie "Selbst", "Identität" und "Individualität" eine beliebige sprachliche Fiktion sind, die Wiener als politisch bestimmt ansieht und die es aufzudecken und zu überwinden gilt:
definition Diesen Zustand identifiziert Wiener in einem Paradoxon mit dem Leben: "ich--brauche nichts; nicht einmal mich selber: ich bin lebendig" (XXIX). Die Fiktion des "Ich" gilt es zurückzulassen, um zum Leben selbst vorzudringen. Dies zeigt einen Einfluß Fritz Mauthners--vgl. Die Sprache (80-82)--und Max Stirners, der sein Hauptwerk Der Einzelne und sein Eigentum, in er den Individualanarchismus und radikalen Solipsismus philosophisch fundiert, beginnt mit "Ich hab' mein' Sach' auf Nichts gestellt", wobei das "Nichts" identisch ist mit dem Ich, das sich erst bestimmen muß und daher "Nichts" ist(72). Wie schon Mauthner vor ihm kritisiert Wiener daran, daß Stirner übersieht, daß dieses "Ich" nur eine sprachliche Fiktion ist:
motion an "m. stirner" Später urteilt Wiener über Stirner: "(...) dessen gedanken viel zu gross und viel zu extrem sind, um auf breiter basis resorbiert zu werden (...)" (CLXI(73)). Im Adapter wird nicht nur, wie festgestellt, der Körper verändert, sondern--was wichtiger ist--langfristig auch das Bewußtsein. Das Gehirn bzw. das zentrale Nervensystem--als materialer Ort des Bewußtseins angenommen--wird herauspräpariert. Die Fähigkeit zur Sinneswahrnehmung wird durch zusätzliche, neue sensorische Moduln radikal erweitert. Dies ist für die Menschen im Adapter unbedingt von Vorteil, da es größere Freiheit zur Selbsterfahrung bedeutet, und auf diese kommt es Wiener an. Allerdings scheint das Bewußtsein zwar nicht zu verschwinden, aber doch überflüssig zu werden, da es nur mehr mit sich selbst befaßt ist. Das Bewußtsein existiert ewig weiter (es wird nicht "leer", wenn die Zeit und Außenwelt im Laufe der Zeit aufgehoben werden). Übrig bleibt in der Maschine am Ende nur das Bewußtsein mit seinen Bedürfnissen, deren unmittelbarste Erfüllung--und als Konsequenz schließlich auch deren Entstehen--vom Adapter simuliert wird(74). Das führt schließlich dazu, daß ein neues, künstliches Wesen entsteht und der "traditionelle" Mensch verschwindet: der Adapter selbst wird mit seinem Inhalt identisch und damit zum Menschen, sozusagen allumfassend: "so wird nun das bewusstsein zum selbst der umwelt" (CLXXXII). Die fortwährende Wunscherfüllung im Adapter hat Konsequenzen für das in ihm enthaltene Bewußtsein. Sie erzeugt sozusagen Langeweile im Paradies, aus der man folgern kann, daß es nur in der Hölle (sprich im Leben) interessant ist. Am Ende wird alles vom Adapter simuliert, ist also bloß noch illusionär vorhanden. Das Bewußtsein wird wie das Hegelsche reine Sein, der reine Geist, also Nichts. Dies ist offensichtlich ein modernes Problem. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich die Klagen über die Fragmentierung des Individuums, dem die monolithische Identität fehlt--dies geht einher mit dem Verlust von festen kollektiven Weltbildern--verstärkt. Identität ist immer relativ und kulturell, sozial, geschichtlich bestimmt. Der Adapter vollendet als direkte, notwendige und wünschenswerte Konsequenz die Ich-Auflösung. Das neue "Ich" dehnt sich aus, seine "Enge" wird überwunden und total und alles umfassend. Das führt dazu, daß es ein "Ich" wie wir es traditionell annehmen, nicht mehr gibt, und das ist Wieners Anliegen:
waren früher die gestalten der sinnlichen wahrnehmung (...) ausgeburten der sprache, so ruht nun das bewußtsein, unsterblich, in sich selber und schafft sich vorübergehende gegenstände aus seinen eigenen tiefen. (CLXXXIII) Dieses "Ich" hat auch keinen körperlichen Träger mehr, da das Gehirn der einzige Teil des Menschen ist, der im Adapter überlebt. Das Bewußtsein "ruht" also und wird zu einer Art Perpetuum Mobile, es ist nur noch sein eigenes Produkt. Der Adapter resultiert letztlich in absoluten, vereinzelten Bewußtseinen, denn sobald zwei Personen kommunizieren, kommt Sprache mit den von ihm angegriffenen Strukturen zur Wirkung und es entsteht Zwang (Erfahrungen und der sprachliche Ausformung werden normiert etc.), selbst wenn sich diese zwei Bewußtseine "verstehen" (bzw. gerade dann, denn bereits Verstehen ist auf bestimmten Prinzipien gegründet, auf Allgemeinheit, Kommunizierbarkeit usw.). Folglich verwundert es nicht, daß die Menschen (bzw. Bewußtseine) in ihren Adaptern voneinander abgeschieden sind. Der Adapter funktioniert als Mechanismus, der Individualität vorspiegelt, aber am Ende Uniformität schafft und die "Person" abschafft. Der Adapter ist hier auch eine Satire auf das Identitätsdenken. Hier zeigt sich der Einfluß von Solipsismus und Individualanarchismus, für die Wiener große Sympathien hegte. Wiener drückt das Problem so aus: "fällt oder schwebt man nach dem Absägen des Astes" (CXXVIII). Eine Folge bzw. Konsequenz daraus für das Leben ist dann der philosophisch-politische Ansatz völliger, totaler "Anarchie" und Individualität. Hier muß die Kritik ansetzen. Wenn Kommunikation möglich ist, existiert die Welt objektiv. In diesem Fall gilt der Solipsismus nicht, nach dem Welt rein subjektiv vorhanden ist und keine Verständigung darüber möglich ist (wie bei Wittgenstein ausgeführt). Der Adapter ist einerseits ein Modell für Wieners Solipsismus: das Bewußtsein hat nur mit sich und der von ihm erschaffenen Welt zu tun. Andererseits ist er Beweis, daß Individuen gerade nicht solipsistisch sind, da die Verständigung über den Adapter und seine Herstellung eine koordinierte, soziale Anstrengung sind. Wie oben angesprochen und anhand einiger Beispiele angedeutet, scheint sich die Welt aber auf diesen solipsistischen Subjektivismus und Individualismus eines Adapters zuzubewegen. Der Adapter kann als die Welt insgesamt verstanden werden: alle Menschen würden sich also gegenseitig etwas vormachen (das wäre jetzt schon so, man schottet sich ab, um nichts mehr mit dem Leben zu tun haben zu müssen). [ Rückwärts ] [ Inhalt ] [ Vorwärts ] [ Zum Seitenanfang ] Anmerkungen (66) Vgl. z.B. Thomas Hobbes, Leviathan. Bei ihm und anderen Philosophen wird die Welt im Bezug zum Menschen als feindlich und gefährlich angesehen. Diese Annahme fußt jeweils auf historischen Umständen und muß nicht per se stimmen. [Zurück] (67) Das Bewußtsein erschafft erst die Welt (in der Sprache, ihrem (des Bewußtseins) distinktiven Merkmal; im Gegensatz etwa zum Tier. [Zurück] (68) Vgl. Emile Cioran, History and Utopia (New York: Seaver, 1987), und The Fall into Time (Chicago: Quadrangle, 1970). Es zeigen sich christliche Einflüsse. [Zurück] (69) Der Soziologie Niklas Luhmann, ein Funktionalist, spricht von "alteuropäischen Menschenbildern", Idealen etc. Damit umschreibt er positive anthropologische Vorstellungen, die in der Theorie anders bewertet werden. Das mag wie Zynismus aussehen, ist aber nur eine Folge rationalistischer Betrachtung. Ein solcher Gedanke ist die Annahme, daß der Mensch sich außerhalb des Systems befindet, er ist mehr oder weniger von diesem--seiner Kreation--bestimmt. Damit wird der Mensch entmachtet, soll heißen, aus dem Zentrum des Universums verwiesen. [Zurück] (70) Das wäre im Gegensatz zu Ulrich Horstmann, Das Untier (Berlin: Medusa, 1983), wo es schlechterdings um vollständige Auslöschung geht--zum Besten der Welt ohne den Menschen. [Zurück] (71) Könnte man gewagt postulieren, daß Geisteskranke vielleicht schon "im"--rein geistig-seelischen--"Adapter" sind (ihrer Krankheit)? [Zurück] (72) Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum (München: Hanser, 1968), 37 und 225 (Anfang und Ende des Textes). [Zurück] (73) Dieses Urteil ähnelt dem Mauthners, Die Sprache, 83/4. Stirners Werk wirkte auf Nietzsche und Mauthner. [Zurück] (74) Vgl. dazu Urs Widmers Beschreibung des Adapters in seiner Rezension "Nein, diese Suppe ißt er nicht", Frankfurter Allgemeine Zeitung 11. März 1969. [Zurück] [ Rückwärts ] [ Inhalt ] [ Vorwärts ] [ Zum Seitenanfang ] |