Oswald WienerKurzbiographie(Stand 29. Januar 1999) |
| 1935 | am 5. Oktober 1935 in Wien geboren |
| 1953 | Matura; stößt zur Wiener Gruppe und wird deren jüngstes Mitglied; nimmt seit 1956 an deren Veranstaltungen teil |
| 1953 - 1958 | Studium einer Vielzahl von Fächern an der Universität Wien (1954 Rechtswissenschaft/Jura, 1955/56 Musikwissenschaften, 1956/57 Afrikanische Sprachen und 1958 Mathematik); kein Abschluß. Wiener ist während dieser Zeit auch Jazztrompeter und Kornettist; z.B. 1954 spielt er zusammen mit Konrad Bayer in Walter Terhaerens New Orleans Band (oder Jazzband Jesus Christbaum) und später--1958--in der Wirklichen Jazzband. |
| 1954 | schreibt das "coole manifest" (verloren bzw. vernichtet) |
| Anfang 1955 | "roter erdteil", eine "phantastische paraphrase des themas afrika"; Vortrag über afrikanische Musik mit Plattenbeispielen |
| 17. Mai 1955 | Teilnahme an dem von H.C. Artmann und anderen organisierten Protestmarsch gegen die Wiederbewaffnung Österreichs |
| 6. Dezember 1958 | Mit der Wiener Gruppe Aufführung des "1. Literarischen Cabarets" |
| 15. April 1959 | Das "2. Literarische Cabaret" folgt |
| 9. März 1959 | Heirat; Auszug aus dem Elternhaus |
| Seit 1956 | Intensive Befassung mit Fragen der theoretischen Kybernetik, ab 1960 mit praktischer Kybernetik; Aneignung eines umfassenden Wissens über Computer |
| 1963 | Anstellung bei Olivetti in Wien im Bereich Organisation; steht dort von 1965 bis zum Frühjahr 1967 der Datenverarbeitungsabteilung als Direktor vor |
| 1958 | Vernichtung seiner von 1954 bis 1958 entstandenen frühen literarischen Versuche (Prosa, Gedichte, Montagen, Konstellationen, Chansons, szenische Stücke, Theorie) nach der 1958 beginnenden Beschäftigung mit Ludwig Wittgensteins und Fritz Mauthners Werken. Außer einigen bereits veröffentlichten Gedichten bleiben fast nur Gemeinschaftsarbeiten mit anderen Mitgliedern der Wiener Gruppe erhalten. |
| Januar 1960 | Teilnahme (mit Bayer und Gerhard Rühm) an einer Lesungsreihe in der Wiener Galerie Junge Generation teil; liest aus Wittgensteins Werken. |
| Um 1962 | Beginnt wieder zu schreiben, zuerst Gemeinschaftsarbeiten
mit Bayer, und schließlich--auf Drängen Bayers--Die
Verbesserung von Mitteleuropa, Roman (erscheint 1969 in
Buchform). Die vierte Fortsetzung des Vorabdrucks in manuskripte [Nummer 18 (1966)] führt zu einem Pornografie-Vorwurf und einem Verfahren, das erst 1968 eingestellt wird. |
| 1964 | Scheidung |
| 1967 | Austritt bei Olivetti |
| 10. April 1964 | Aufführung der um 1958 verfaßten "Kinderoper", einer Gemeinschaftsarbeit Achleitners, Bayers, Rühms und Wieners. |
| 17. April 1967 | Liest bei den "zock exercises" in der Wiener Galerie St. Stefan das am selben Tag vernichtete "manifest" "zock an alle". Vier Tage später, am 21. April 1967, findet im Restaurant Im Grünen Tor das "Zock-Festival" statt; Wiener agiert dabei unter dem Namen "garth (mit extra fleischkraft)". Zur selben Zeit ist Wiener Mitglied der Vereinigung Die Zeugen e.V., "(...) dessen Ziel die anwesenheit und zeugenschaft bei ereignissen, bes. bei katastrophen ist." |
| 7. Juni 1968 | Initiator von "Kunst und Revolution" im Hörsaal 1 des Neuen Institutsgebäudesder Universität Wien. Wiener spricht dabei "Über den Zusammenhang zwischen Denken und Sprechen". Aufgrund turbulenter Vorkommnisse während der Aktion--unter anderem verrichten Brus und Nitsch während der Veranstaltung ihre Notdurft auf der Bühne--werden Wiener, Brus und Nitsch verhaftet. Zwei Monate Untersuchungshaft; Freispruch im Prozeß. Kurz darauf folgt ein polizeiliches Verhör, nachdem er der Belästigung einer Minderjährigen bezichtigt wurde. Die Anklage wird aufgehoben, als sich seine Unschuld herausstellt. Um sich weiterer Verfolgung zu entziehen, verläßt er Wien bzw. Österreich. |
| 1969 | Ein Halbjahres-Stipendium des Berliner Senats ermöglicht ihm die Übersiedlung nach West-Berlin, wo er mit kurzen Unterbrechungen bis 1986 als Besitzer mehrerer Lokale lebt (zuerst Matala, dann Exil und Axbax). Arbeitet an der von Günter Brus herausgegebenen schastrommel, dem "zentralorgan der österreichischen exilregierung" mit (bis 1976 erscheinen siebzehn Nummern). Dieser Zeitschrift folgen später in unregelmäßigen Abständen Brus' und Wieners Gedanken (eine hektographierte Veröffentlichung). |
| 1973 | Gründungsmitglied der GAV-Grazer Autorenversammlung; tritt schon 1974 wieder aus. |
| 1979 | Wir möchten auch vom Arno-Schmidt-Jahr profitieren |
| 1980-1985 | Mathematik- und Informatikstudium an der Technischen Universität Berlin; Promotion zum Doktor. |
| Seit 1986 | lebt er in Dawson City, Kanada (ein sehr kleiner Ort im Yukon Territory am Klondike River). Gelegentliche Veröffentlichungen als freier Schriftsteller. |
| 1987 | Für Manès-Sperber-Preis für Literatur vorgeschlagen; Kontroverse, als er ihn doch nicht erhält; Würdigungspreis der Stadt Wien für Literatur |
| 1989 | Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur |
| 1990 | Nicht schon wieder...! erscheint unter dem Pseudonym Evo Präkogler; Probleme der Künstlichen Intelligenz. |
| 1992 | Grillparzerpreis |
| seit 1992 | Professor für Poetik und künstlerische Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf. |
| 1995 | Ehrendoktor Universität Klagenfurt |
| 1996 | Mehrere Beiträge in Schriften zur Erkenntnistheorie |
| 1997 | Teilnehmer an der Kunst-Biennale in Venedig in Verbindung mit der Wiener Gruppe, dem österreichischen Beitrag. |
| 1998 | Literarische Aufsätze, eine Sammlung von (zum
Teil überarbeiteten) Aufsätzen aus den vergangenen
Jahrzehnten zu literarischen Angelegenheiten. Zahlreiche Vorträge. Die Wiener Gruppe, Ausstellung (und Katalog), Kunsthalle Wien Verheiratet mit Ingrid Schuppan; Vater dreier Kinder aus erster Ehe. Wohnt abwechselnd in Dawson City und Krefeld. |
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